„Homöopathie ist die modernste und durch-
dachteste Methode, um Kranke ökonomisch und gewaltlos zu behandeln.“

 

Mahatma Gandhi, 1936

Klassische Homöopathie

 

 

Klassische Homöopathie ist ein tiefgreifendes, eigenständiges Medizinsystem, das den Menschen hilft, die Krankheit aus eigener Kraft zu überwinden, dort wo sie es alleine nicht schaffen. Es hat nichts mit Kräuterheilkunde, Bioresonanz, chinesischer Medizin oder Esoterik zu tun.

 

Ein zentraler Aspekt der Homöopathie ist die Erkenntnis, dass die Krankheit kein auf Organe oder Organsysteme beschränktes Phänomen ist, sondern Ausdruck einer Störung, die den ganzen Menschen betrifft. Der Entdecker der homöopathischen Gesetze, der deutsche Arzt Samuel Hahnemann prägte in diesem Zusammenhang den Begriff der „Lebenskraft“. Damit ist die Kraft zum gesunden, energiereichen Leben gemeint. Sinkt diese Lebensenerige, erkrankt der Mensch. Die Lebenskraft kann durch äussere Einflüsse oder vererbte Schwächen aus dem Gleichgewicht geraten.

Haben Sie Sich schon gefragt, woher die Leberzellen wissen, dass sich zu einer Leber formen sollen? Heute spricht man von einer form- und strukturgebenden Matrix, die aus den chemischen Elementen die vielfältigen Lebensformen gestaltet. Niemand weiss genau, was es ist, aber ihre Exisistenz ist konkret. Die Matrix oder Lebenskraft ist das, was einen lebendigen Menschen von einem Toten unterscheidet. Man kann einen Menschen vor und nach seinem Tod wiegen und chemisch analysieren und wird keinen Unterschied feststellen. Der Unterschied ist aber da, nur eben nicht messbar mit Instrumenten.

 

Wenn mit der persönlichen Matrix etwas nicht stimmt, entarten die Funktionen vom Organismus und wir nehmen es als Krankheit wahr. Die Quantenphysik belegt eindeutig die Existenz dieser Matrix.
Sie entspricht der geheimnisvollen Kraft, die aus einem Samen einen Baum wachsen lässt. Den erkrankten Menschen kann man mit einem Baum vergleichen, der faule Äpfel (= Symptome) produziert. Der Gärtner weiss, dass er dem ganzen Baum bzw. dem Boden helfen muss.
Auf die Dauer ist es nicht sinnvoll, die faulen Stellen der einzelnen Äpfel auszuschneiden oder etwas in sie zu spritzen. Die Krankheit im Organismus schreitet weiter fort und wird früher oder später neue Formen annehmen.  (*)

Der Homöopath folgt dieser Logik beim Patienten. Dies gilt sowohl für chronische Erkrankungen als auch für akute Beschwerden. Die medizinische Krankheitsdiagnose ist dabei hilfreich, aber nicht zwingend notwendig für die Verschreibung des sog. Konstitutionsmittels (Konstitution = individuelle Beschaffenheit, Typ).

Neben dem eigentlichen Behandlungsgrund umfasst die homöopathische Diagnose die Gesamtheit der körperlichen und emotionalen Eigentümlichkeiten des Patienten. Beispielsweise:

 

  • Unter welchen Lebensumständen sind die Beschwerden entstanden?
  • Wie ist die Körperwärme?
  • Wie ist die Verdauung?
  • Was isst der Patient gerne und was kann er nicht leiden?
  • Wie verträgt er Alkohol?
  • Wie verträgt er Sonne?
  • Gibt es Wetterfühligkeit?
  • In welchen Situationen fühlt er sich unsicher und

     welche Kompensationsmechanismen wendet er an?

  • Wie reagiert der Patient in Stresssituationen?
  • Zu welcher Tageszeit sind die Beschwerden ausgeprägter?
  • Was verbessert und was verschlechtert die Beschwerden? (Kälte, Wärme, Druck, langsame Bewegung, schnelle Bewegung, Ruhe, hochlagern...)
  • Gibt es Begleitsymptome? (z.B. Juckreiz während Kopfschmerzen, Halsschmerzen bei Menstruation)
  • Gibt es andere störende Empfindungen im Körper? (z.B. ein Klossgefühl irgendwo)
  • Woran litten die Verwandten?
  • usw.

 

Damit wird das homöopathische Symptom, also der Gesamtzustand des Patienten eruiert, anhand dessen das Mittel individuell bestimmt wird. Die Heilwirkung des Mittels umfasst ebenfalls mehrere Lebensbereiche, nicht nur das Anliegen mit dem der Patient in die Praxis kam. So ist es üblich, dass sich jemand z.B. wegen wiederkehrenden Nasenpolypen behandeln lässt, aber nach 2 Monaten feststellt, dass nebenbei auch seine Durchzugsempfindlichkeit deutlich abgenommen hat und dass er sich nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit ärgert. Der Homöopath verschreibt also nicht ein Mittel gegen eine Krankheit, sondern für diesen besonderen Menschen, damit er die Krankheit (nicht nur das Organsymptom) überwindet.

 

Diese Art der Mittelverschreibung führt manchmal zur Verwirrung. Ein Beispiel: Frau X bekommt wegen Verstopfungsneigung die Arznei Natrium muriaticum. Sie hat noch etwas davon und gibt es ihrer Kollegin, weil es bei ihr so gut gewirkt hat. Aber die Kollegin merkt nichts. Sie geht zum Homöopathen und bekommt eine Gabe Lachesis, welche die Verstopfung dauerhaft behebt. Sie kann sich erinnern, dass sie als Kind Lachesis öfters wegen Angina bekam.

 

Was nun...? Ist es ein Mittel gegen Halsschmerzen oder ein Abführmittel?
Weder noch. Es ist das Mittel, welches dieser Person bei den meisten Beschwerden hilft. Ihr Typ entspricht dem Arzneimittelbild von Lachesis (ein Schlangengift). Nachdem sie dieses Mittel eingenommen hat, wird ihr Oranismus viele Beschwerden nicht mehr produzieren.


Die Ärzte der Antike fragten den Kranken: „Was fehlt dir?“. Die Homöopathie gibt dem Menschen dieses fehlende Teil, zumindest den medizinischen Aspekt davon. Das ist so praktisch und unkompliziert, wie es sich anhört!

 

Das Konstitutionsmittel regt immer sowohl die körperlichen als auch die geistigen und die emotionalen Selbstheilungskräfte an. Oft findet dabei eine sichtbare Ausleitung von belastenden Faktoren statt (über Darm, Harnwege, Haut oder Lunge). Es handelt sich also um eine Art Terrainsanierung, während der nicht nur das Symptom verschwindet, sondern auch die Neigung, dieses Symptom zu entwickeln. Daher ist die Homöopathie bei chronischen Erkrankungen von besonderem Wert.

 

 

"Das grösste Geschenk an die Menschheit bei chronischen Krankheiten ist die Homöopathie"

                                                                                                                 J.T. Kent, amerikanischer Anatomieprofessor

 

 

Der Auslöser der Krankheit hat einen hohen Stellenwert. Die meisten krankhaften Zustände entstehen nach einem Ereignis im Leben oder während einer längeren Zeit von Überforderung bzw. Unzufriedenheit mit der Lebenssituation. Auslöser können sein: Schulstress, Mobbing, unglückliche Ehe, Trauer, Wut, unverarbeitete Emotionen (auch vor Jahrzehnten), Schock, aber auch Pubertät, Schwangerschaft, Impfungen, Unfälle, chirurgische Eingriffe, Vergiftungen usw.

 

Die meisten Menschen staunen und sind gleichzeitig erleichtert, wenn der Homöopath fragt: "Was ist in den Wochen oder Monaten vor der Erkrankung passiert? Hatten Sie ein schmerzhaftes Erlebnis oder viel Stress?". Diese Frage leuchtet den meisten von uns ein. Nur in seltenen Fällen findet man keinen Auslöser.

 

Es gibt viel mehr umfeldbedingte Beschwerden, als man sich in unserer Gesellschaft heute zugesteht. Die alten Redewendungen „Es hat mir das Herz gebrochen“, „Das ging mir auf die Nieren“, „Ich könnte aus der Haut fahren“, „Er / sie lässt mir keine Luft“, "Dem ist etwas über die Leber gekrochen", „Habe die Nase voll“ usw. sind keine leeren Worte. Die Organe erkranken wirklich in Zusammenhang mit Geschehnissen.

In den letzten Jahren beschäftigen sich zwei neue Wissenschaften mit diesem Thema: Epigenetik und Psychoneuroimmunologie. Die Wissenschaft gibt der Erfahrungsmedizin schüchtern die Hand. In wenigen Generationen wird die Homöopathie offiziell zur medizinschen Grundversorgung gehören.

 

Homöopathie hilft aber nicht nur bei biographisch bedingten Erkrankungen. Sie beeinflusst ebenfalls vererbte Schwächen und leistet grosse Dienste bei Wundheilung und Rehabilitation. Sie lindert die Symptome dort, wo die Heilung nicht möglich ist und leistet gute Dienste bei Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie.

 


Homöopathie und konventionelle Medizin schliessen einander keineswegs aus!

 

 

 

(*) Eine homöopathische Behandlung sollte bei jeder chronischen Erkrankung parallell zur konservativen Therapie durchgeführt werden. Damit wird die Nachhaltigkeit der Therapie erhöht, die Nebenwirkungen gemildert und das Befinden des Patienten verbessert. In Deutschland gibt es ca. 7000 Ärzte, die Homöopathie anwenden oder mit Homöopathen zusammen arbeiten. In der Schweiz findet diese Zusammenarbeit in fast jedem Dorf statt. Es ist zwar immer noch eine Minderheit, aber die Tendenz steigt.